"Weltweit 1. Stadthote mit Null-Energie-Bilanz"

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Der Traum vom Hotel

„Man muss Nachhaltigkeit vor allem wollen.“

Das weltweit erste Null-Energie-Bilanz-Hotel der Welt im urbanen Raum, Wiens erstes Hotel mit EU-Umweltzeichen – das Boutiquehotel Stadthalle kann sich einige Superlative an seine Fahnen heften. Die Frau dahinter: Michaela Reitterer, eine Pionierin der grünen Stadthotellerie aus Überzeugung.

„Schon mit sechs Jahren wollte ich Hotelière werden“ sagt Michaela Reitterer. Damalshatte der Vater in einem Hotel gearbeitet: „Wenn ich ihn besuchte,durfte ich hinter dem Pult mit den Menschen Schmäh führen. Das hat mich begeistert.“ Dass dieser Berufswunsch erst 30 Jahre später Wirklichkeit werden sollte, lag an einem etwas gewundenen,jedoch immer zielstrebigen Lebensweg. Sicherheitshalber wurde mit 14 Jahren erst einmal das Modul (Anm.: Tourismusfachschule in Wien) in Angriff genommen, ganz ohne eigenes Hotel – aber der Traum war da. Und genügend Energie, Eigenes auf die Beine zu stellen, zum Beispiel mit 24 mit dem Kauf eines Incoming Reisebüros – „damit es bereits da ist, wenn ich selbst einmal ein Hotel besitze“ lacht Frau Reitterer verschmitzt. Aus der eigenen Liebe zum Reisen entstand schließlich die Idee zur Umstrukturierung in ein Outgoing Reisebüro mit Schwerpunkt Incentive-Reisen für große Firmen. 

Die Eltern hatten in der Zwischenzeit ein kleines Hotel im 15. Bezirk erworben, das im Jahre 2000 an die Tochter verkauft wurde. Und diese schaffte in wenigen Jahren den eindrucksvollen

Wechsel vom kleinen Vorstadthotel zum vielbestaunten Null-Energie-Ökoprojekt. „Ein Hotel zu führen habe ich mir selbst beigebracht, als Autodidaktin und Quereinsteigerin“, sagt MichaelaReitterer, mehr als ein einschlägiges Praktikum zu Modulzeiten gab es nicht. Den Übergang vom Traum zur Realität schaffte sie mit Hilfe der Unternehmerakademie der ÖHV: „Ich habe immer gleich umgesetzt, was ich dort hörte.“ Den Freiraum dazu gab es, noch heute ist sie ihren Eltern dankbar, dass sich diese sofort nach Übergabe zurückgezogen hatten. Denn das funktioniert nur, wenn sich die vorhergehende Generation zurücknimmt. Doch „die Eltern sind da, wenn ich sie brauche.“

Anfangs machte sich der hohe Investitionsrückstand bemerkbar. „Ich habe
viel Geld für eigene Fehler bezahlt und alles wieder selbst verdienen  müssen“ bekennt Michaela Reitterer ganz freimütig. „Aber ich habe auch viel von anderen Hoteliers gelernt: Elisabeth Gürtlerzum Beispiel ist ein großes Vorbild.“ Und es gab dieses einzigartige, in der Stadthotellerie immer noch revolutionäre Konzept: das der Nachhaltigkeit.

Denn mit dem Erwerb des Nebenhauses und dessen radikalem Umbau setzte die energiegeladene Neo-Hotelière neue Maßstäbe in der Stadt, aus purer Überzeugung. Ein „Gibt‘s nicht, also geht‘s nicht“ angesichts ihrer Vision vom Passivhaus-Hotel ließ sie nicht gelten, gerade die Widerstände waren zusätzlicher Ansporn. „Der Wind weht, die Sonne scheint, das Wasser fließt unten durch“ – warum nicht dies alles nützen? Also wurde innovativ rund um die Technik gebaut, mit einem „Super-team“, das sich die vielen Fragen gefallen ließ: „Ich wollte einfach alles verstehen, damit sind wir auch zu kreativen Lösungen gekommen.“ Gleichzeitig wurde das Stammhaus aus der Gründerzeit thermisch saniert, der wilde Wein dafür abgenommen und wieder angebracht – auch so ein „Geht nicht“-Fall.

„Man muss sich Dinge trauen – nicht Visionen gehen ab, sondern der Mut, sie umzusetzen!“ ist Michaela Reittererüberzeugt. Ihre Pionierarbeit hatte sofort regen Zuspruch, plötzlich waren alle interessiert, das positive Gästefeedback verstärkte das Engagement: „Bio, Fairtrade, recycelte Stoffe, E-Scooter, nur Hybrid-Taxis rufen, eigener Green Guest Club – all das kam erst nach und nach. Aber“, betont sie, „man muss sich Nachhaltigkeit leisten können und sie vor allem wollen.“ Wie aber kommt man zu diesem Wollen?

„Nun, ich bin nicht im Büro gesessen und habe überlegt, wie ich aus einem
3*-Hotel in der hässlichen Hackengasse ein berühmtes Haus mache! Ich bin einfach vom Praktischen her schon so erzogen worden – wir mussten
daheim immer das Plastik aus den Fensterkuverts nehmen!“ Energie zu sparen, nicht zu verschwenden war selbstverständlicher Bestandteil des eigenen Lebens, und damit wurde die Energiefrage zum zentralen Konzept im eigenen Hotel. Mit dem wachsenden öffentlichen Interesse wurde immer weiter in die Tiefe der Thematik gegangen, „alles andere wäre für einen Unternehmer fahrlässig gewesen.“

Rückblickend findet Michaela Reitterer, dass sie Glück hatte: „Als ich am Start war, sprang auch Nachhaltigkeit als eines der größten Themen des Jahrhunderts hervor.“ Zum persönlichen Interesse kam der Wunsch, zu investieren. Ob sich ein so großes Projekt irgendwann rechnen würde, war zu dem Zeitpunkt egal, die zentrale Frage lautete vielmehr: Will ich mir das leisten? Und die klare Antwort: „Ich bin meiner Einstellung gegenüber verpflichtet, entweder mache ich es ordentlich oder gar nicht.

Nachhaltigkeit hat schließlich enorme Wichtigkeit!“ Mit dieser Überzeugung nimmt die Hotelière, die durchaus Sendungsbewusstsein zum Thema eingesteht, auch ihre Gäste mit.

„Ich bin kein Hardcore-Öko, ich mache meine Fernreise mit Begeisterung, weil ich als Erdenbürgerin auch etwas von dieser Welt sehen will. Aber das gleiche ich aus mit anderen Dingen. Das Frühstück, nur bio und regional, verdoppelt zwar den Wareneinsatz, und auch die Lagerhaltung ist nun eine andere, denn die Produkte sind nicht manipuliert. Äpfel zum Beispiel kann man nicht mehr steigenweise einkaufen. Doch man lernt, anders damit umzugehen, und der Respekt, der dieser Haltung entgegengebracht wird, spornt an, noch mehr zu tun. Im Winter gibt es also keine Orangen und Kiwis, sondern vier verschiedene österreichische Apfelsorten am Frühstücksbuffet.

Doch ob Bio oder Fair Trade, es muss auch alles Sinn machen. Bioprodukte aus kleinen Verpackungen zum Beispiel sind ein No-Go, da bevorzugen wir lieber Cottage Cheese von glücklichen heimischen Kühen in 5-Liter-Kübeln, das spart Müll.“

Das gibt es doch alles schon längst, mag da mancher einwerfen. „In der Ferienhotellerie vielleicht, wo der Gast schon beim Frühstück die Zeit hat, sich mit den Zusammenhängen auseinanderzusetzen“ räumt Frau Reitterer ein. Doch Stadthotellerie sei anders, hier muss alles zeiteffizient sein. Deshalb wurde ein neues Infosystem im Haus geschaffen: wo findet die Energieersparnis statt? Grüne Punkte in den Zimmern bieten die Erklärungen – wo anderswo die Minibar steht, prangt hier nur mehr ein grüner Punkt. Die Einsparung im ganzen Haus: 21.000 kg CO2 im Jahr.

Solaranlage und eine Wasser-Wärmepumpe erzeugen die benötigte Energie, das Regenwasser wird gesammelt und für Gartenbewässerung wie Toilettenspülungen verwendet. „Ich lasse mir nicht jährlich steigende Preise für Fernwärme aufzwingen!“ ist das forsche Statement. Gleichzeitig schaffen wilder Wein an der Innenhoffassade und ein reich blühender Lavendelgarten auf dem Dach eine grüne Naturoase im sonstigen Grau der Vorstadt. Farbenfrohe Elemente bringen auch künstlerische Installationen in der Lobby und den Zwischengeschoßen mit ein. Michaela Reitterer schätzt die hohe Kommunikationsbereitschaft ihrer Gäste. Der Rücklauf der Fragebögen, die gleich beim Einchecken mit Lavendelschokolade
überreicht werden, ist hoch. Wer mit der Bahn oder dem Fahrrad anreist, erhält eine Reduktion auf den Zimmerpreis – und wer während des Aufenthaltes Geburtstag hat, darf sich über ein Glas selbstgemachter
Marmelade oder Lavendelsirup vom Hausdach freuen. Eine solche Gästebindung mag in der Stadthotellerie ungewöhnlich sein, aber was in diesem Haus ist schon gewöhnlich?

Durch und durch Unternehmerin, nimmt Michaela Reitterer ihre Verantwortung insgesamt sehr ernst. Zur Nachhaltigkeitsvision gehört auch, ein familienfreundliches Dasein für alle Mitarbeiterinnen – 30 von 34 sind Frauen – zu schaffen und Freiraum zu geben. Denn Selbstverantwortung spornt an, und die Bereichsleiterinnen geben weiter, was ihre Chefin vorlebt. „Ich habe Verantwortung allen gegenüber“ ist sich diese bewusst; intensive Mitarbeiterschulungen zeigen Wirkung auch in den privaten Bereichen: keine Erdbeeren im Winter, Wasser und Mikrofasertücher statt literweise Reinigungsmittel in den einzelnen Haushalten. „In meinem Leben hingegen hat sich durch meine Arbeit nicht so viel verändert, vielleicht lebe ich heute bewusster – aber das hat mit dem fortschreitenden Alter zu tun“ lacht Frau Reitterer kokett und strahlend.

Die Visionen gehen jedenfalls nicht aus; ein Herzensthema sind die Windräder auf dem Hoteldach. Anfänglicher Sturm und Drang wich freilich der klugen Einsicht, nicht alles auf einmal zu wollen. „Ich muss ja nicht allen gleichzeitig frech kommen!“, schließlich war es schwierig genug gewesen, die gewerberechtliche Genehmigung für das Passivhaus zu bekommen. Die andere Vision: Einen Fassadengarten zu schaffen, wie er schon an einem Stück Wand bei der Hotelhalle zu sehen ist. Und herauszufinden, was dahinter passiert, wie sich Klima, Lärm und Raumtemperatur in den Zimmern verändern. „Ich will den Sinn hinter den Dingen wissen, ich bin nicht grün aus Prinzip.“ Den Sinn aber erfährt man nur, indem man wagt und probiert.

Dieser Artikel ist aus dem Magazin „Quint Essenz“ vom April 2012


Michaela Reitterer vom Boutiquehotel Stadthalle Frau Reitterer : Hotelière des Jahres 2010 Präsidentin der ÖHV 2013

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