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8. Dezember 2010 – Das Geheimnis

8
Dez

Heute gibt es im Adventkalender eine Weihnachtsgeschichte für Kinder. Viel Spaß beim (Vor-)Lesen!

Das Schneegeheimnis von Elisabeth Zöller

Lisa und Max sind mit Mama im Keller an der Adventskiste. Sie wollen das Haus festlich schmücken. Das tun sie immer am Anfang der Adventszeit: die Kiste aufmachen und all die herrlichen, glitzernden und knisternden Adventssachen herauskramen.

Max hat ganz rote Backen, er hat den großen roten Nussknacker gefunden. Da stößt er an den Schlitten an der Wand. Max kratzt sich den Kopf, schaut auf den Schlitten und fragt: „Mama, wann können wir endlich mal wieder Schlitten fahren?“

„Und wann gibt’s endlich, endlich Schnee?“, will Lisa wissen.

„Das ist sehr schwer vorherzusagen“, sagt Mama. „Ich kann genau sagen, dass am 4.Dezember der Barbaratag ist, am 06.Dezember der Nikolaustag, doch wann Schneetag ist, das weiß wirklich keiner.“

„Dabei ist Schneetag so schön!“

„Ja“, sagt Lisa. Sie überlegt. Dabei hat sie immer eine dicke Denkfalte auf der Stirn. Und wenn Lisa das hat, dann kommt immer etwas sehr Überraschendes heraus. Mama findet das manchmal nicht so gut, weil sie sagt, Lisa macht Quatsch.

„Ich hab’s, ich hab’s“ ruft Lisa.

„Was hast du?“ fragt Mama.

„Wird nicht verraten. Nur Max darf das wissen!“

„So?“, sagt Mama, sie ahnt schon etwas.

Lisa flüstert mit Max.

Mama geht heute Nachmittag mit Papa zum Christkind, sie machen Einkäufe und deswegen kann ihre gute Laune heute durch nichts getrübt werden.

„Eins verrate ich“, sagt Lisa geheimnisvoll.

„Nichts verraten, nichts verraten!“, ruft Max.

„Eins verraten wir“, sagt Lisa und sie flüstert wieder mit Max. Der nickt.

„Heute ist doch der 1. Dezember- und der 1. Dezember ist ab heute für immer der Schneetag.“

„So, so“, antwortet Mama. Sie möchte gerne mehr wissen, aber Lisa und Max verraten kein Fitzelchen.  Mama schaut noch auf das Thermometer.

„Wenn es um null Grad ist, schneit es“, erklärt sie, „aber das Thermometer steht bei fünf Grad. Da schneit es nicht. Höchstens wenn ein Temperatursturz kommt durch ganz kalte Luft.“

„Aber bei uns schneit’s“ flüstert Lisa und das genau ist das Geheimnis, das Schneegeheimnis.

Mama und Papa gehen los. Max und Lisa sind allein. Normalerweise basteln oder malen sie immer am Christkindnachmittag für Papa und Mama -  Geschenke für Weihnachten. Aber heute ist ja Schneetag und in zwei Stunden kommt Alissa.

Alissa ist die Nachbarin, die an solchen Tagen oft nach den beiden schaut. Aber heute hat Alissa bis vier Uhr Schule.

Da muss das „Schneegeheimnis“ fertig sein.

„Wenn sie doch länger wegblieben“, sagt Lisa, „denn wir haben so viel zu tun mit unserem Schneetag.“

Und dann fangen sie an: Lisa hat zum Geburtstag weiße Fingerfarbe geschenkt bekommen. Sie malen als Erstes auf die Esszimmerscheibe weiße Tupfen. Das sieht aus wie große tanzende Schneetupfen.

„Toll“, meint Max.

„Wie echt“, sagt Lisa.

Sie sind ganz entzückt, auch wenn ein paar Schneeflocken misslungen sind. Einige sind zu dick geworden, andere sind ganz dünn und durchsichtig.

„Aber so ist das bei Schneeflocken auch, bei echten.“, sagt Max und nickt. Er schmiert sich dabei aus Versehen die weiße Fingerfarbe an seine dunkelblaue Cordhose.

„Geht ja wieder raus“, murmelt er.

Sie finden die Schneeflocken so schön, dass sie schließlich noch mehr dazu malen und dann noch mehr und schließlich ist die ganze Scheibe voll von weißen Punkten. Die ganze Welt sieht jetzt so aus, als wäre sie voll von Schnee.

„Wie Schneetreiben!“, ruft Lisa entzückt und sie klatscht in die Hände.

„Schneeflöckchen, Weißröckchen“, tanzt sie durchs Zimmer.

Jetzt geht es weiter im Kinderzimmer. Aber nun sind sie so begeistert, dass sie zwischen die ganz engen weißen Punkte noch mehr dicke weiße Punkte malen und noch mehr.

„Die ganze Scheibe ist weiß. Das ist ja gar kein Schnee mehr, Lisa.“ Max ist erschrocken. „Das muss wieder weg!“ Sie holen Wasser und versuchen, alles wieder abzuwischen, aber so verschmiert alles noch viel mehr. Max fängt fast an zu heulen, weil es doch seine Scheibe ist – jeder hat nämlich ein Fenster im Kinderzimmer. Lisa tröstet ihn: „Max, wir machen das schon.“ Genau in dem Augenblick klingelt es, Alissa kommt. Sie zeigen Alissa die ganze Bescherung. Und Alissa hilft ihnen, dass sie ganz schnell mit feuchtem Zeitungspapier waschen und wischen und das Fenster wieder frei bekommen. Max hat dabei schon angefangen, an Lisas Scheibe weiße Punkte zu malen. Vorsichtiger jetzt. Und dann setzen sie auch noch welche an Max‘ Scheibe, als die wieder sauber ist. Und schließlich sieht alles weiß aus und verzaubert. Sie sind ganz gespannt darauf, was Papa und Mama wohl sagen, wenn sie zurückkommen aus der Stadt.

Der Schlüssel geht im Schloss. Da sind Papa und Mama. Max und Lisa stürzen zur Tür. Sie lassen Papa und Mama gerade ihre Tüten im Flur absetzen, dann nehmen sie sie an die Hand, ziehen sie ins Esszimmer und sagen: „Guckt mal, Papa und Mama:“

Mama guckt. Sie lacht. „Das ist ja Schnee“, sagt sie.

„Hab ich doch gesagt“, sagt Lisa, „ich habe doch gesagt, heute ist Schneetag, Eigentlich wollten wir im ganzen Haus auch noch Schnee machen, mit Reis und Watte und Bettfedern. Aber dazu hatten wir keine Zeit mehr.“

„Gott sei Dank“, sagt Papa.

„Im Haus schneit es doch nicht“, seufzt Mama.

„Gut, dass ihr das nicht gemacht habt“, meint Papa, „aber soll ich euch etwas verraten? Es schneit draußen echt!“

„Wirklich?“ rufen beide und Max sagt:

„ Ich weiß was: wir haben das gezaubert! Durch unsere tollen Schneeflocken am Fenster.“

Und wirklich, als sie die Tür aufmachen, da sehen sie, dass alles von weißen Schneeflocken zugedeckt ist. Die Welt ist still und alles wird immer weißer und weißer. Das haben sie vor lauter Eifer beim Schneeflockenmalen gar nicht bemerkt. Die Welt ist weiß und weit und still. Eine Schneewelt.

„Aber das Esszimmerfenster lassen wir so“, sagt Max.

„Dann haben wir bis Weihnachten Schneetag“, sagt Lisa.

„Vielleicht schneit’s ja auch echt bis Weihnachten“, seufzt Max, „das sieht so schön aus.“

Und dann rennen sie hinaus und bauen einen Schneemann. Obwohl es dunkel ist, windig und kalt. Aber schließlich kann man nur mit echtem Schnee einen Schneemann bauen. Nicht mit  Fingerfarbenschnee.

Härtling, Sophie (Hrsg). 2006. 24 Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen. Zöller, Elisabeth „Das Schneegeheimnis“ Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.

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